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Carne vale! … Fleisch lebe wohl!

Carne vale! … Fleisch lebe wohl! … wohlgemerkt, nicht: „Fleisch auf Wiedersehen!“ … zumindest nicht für mich, auch wenn sich wohl viele, die in der Fastenzeit auf Fleisch verzichtet haben, sich zu Ostern wieder einen Festbraten schmecken lassen werden.

Der Begriff Karneval wird volksetymologisch und leicht scherzhaft auf das Lateinische Carne vale! zurückgeführt, das so viel heißt wie Fleich, leb wohl! Die „richtige“ Etymologie von Karneval ist, soweit ich weiß, bis heute nicht eindeutig geklärt. Die häufigste Vermutung geht davon aus, dass der Begriff Karneval im 17. Jh. aus dem Italienischen entlehnt wurde und zwar vom italienischen Substantiv carnevale. Dieses stammt wiederum vom mittellateinischen Substantiv carnelevarium, das mit Vorfastenzeit zu übersetzen ist. Carnelevarium lässt sich wiederum auf lateinisch carnem levare zurückführen, das mit Fleisch wegnehmen übersetzt werden kann.

Karneval bezeichnet die Zeit des närrischen Treibens und ausgelassenen Feierns, bevor dann an Aschermittwoch die bis Ostern andauernde 40 tägige Fastenzeit beginnt. Obwohl heute der christliche Glaube scheinbar nicht mehr eine so große Rolle im täglichen Leben spielt und oftmals die Säkularisierung unserer Gesellschaft bedauert wird, so ist es dennoch Vielen ein Anliegen in der Fastenzeit Verzicht zu üben. Dies ist allerdings meist nicht religiös motiviert, z.B. als Vorbereitung auf das Osterfest, aber das Bedürfnis ist offensichtlich vorhanden. Vielleicht ist es das Bedürfnis einer übersättigten Gesellschaft, der ein Nahrungsmittelangebot so leicht zugänglich und in so großer Vielfalt zur Verfügung steht, wie dies nie zuvor der Fall war. Da tut es gut, bewusst zu verzichten und sich von dem Überangebot frei zu machen. Einige verzichten für die Zeit auf Fleisch, am beliebtesten ist der Verzicht auf Süßes und Alkohol, häufig versucht man so sein eigenes persönliches „Laster“ einzudämmen, sei es nun Kaffee, Schokolade oder Gummibärchen. Andere wiederum nehmen die Zeit als Anlass, um die um Weihnachten und Karneval angefutterten Pfunde zum Frühjahr hin wieder loszuwerden. Aber in dieser Zeit geht es Vielen nicht nur um die Ernährung sondern auch um andere „schlechte“ Angewohnheiten wie übermäßigen Medienkonsum oder das Autofahren. So wird ab Morgen dann öfter mal der Fernseher ausgeschaltet, das Handy bewusst zur Seite gelegt oder statt des Autos das Fahrrad genommen. Es ist der Versuch sich selbst für eine gewisse Zeit einzuschränken und seine Konsumgewohnheiten in Frage zu stellen.

Eigentlich wollte ich gar nicht so viel zum Fasten schreiben, sondern stattdessen auf eine Dokumentation hinweisen, die seit kurzem online zugänglich ist. Sie trägt den Titel „Carne Vale – Fleisch lebe wohl!“ und ist von Matthias Gathof ins Werk gesetzt worden.

Ich bin 30 Jahre alt und Master-Absolvent des Studiengangs Zeitbasierte Medien der Fachhochschule Mainz. Mein Abschlussprojekt »Carne vale, Fleisch lebe wohl« ein Dokumentarfilm über das Fleischessen und die vegane Bewegung, wurde mit einer Zensur von 1,4 bewertet. Mich begeistert die Möglichkeit über das Medium des bewegten Bildes Informationen zu vermitteln, Geschichten zu erzählen und Menschen zu berühren. – Matthias Gathof

Der Film dokumentiert verschiedene Menschen, die aus je eigenen Motiven den Weg zu einem veganen Leben gefunden haben. Dabei stehen die persönlichen Erfahrungen und die gefundenen Überzeugungen der Protagonisten im Mittelpunkt. Der Film wirkt durch seine Nähe zu den Menschen, die er zu Wort kommen lässt und durch seine ästhetisch schöne Machart, die Professionalität ausstrahlt und Emotionen transportiert. Ein Wermutstropfen ist, dass sich die Psychologin Melanie Joy in ihren Beiträgen etwas stark wiederholt, wobei sie noch viel mehr zu sagen hätte … andererseits könnte man anführen, dass man Wiederholungen benötigt, um sich einen Sachverhalt einzuprägen.

Macht euch selbst ein Bild und schaut die Dokumentation hier online an:

Ich wünsche viel Spaß, gute Unterhaltung und eine schöne Fastenzeit!

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Elf Elfchen zur Jagd

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Jäger
Glänzende Augen
Wald und Natur
Töten üben zur Freude
Hobby

Stille
Dröhnend durchbrochen
Reifenspuren im Wald
fast vom Jeep erfasst
Rücksichtslos

Treibjagd
Orangene Westen
Schuss trifft Mensch
Reh auf und davon
Versehen

Waidgerecht
Tiere töten
Human und gerecht
Ohne Schmerz und Leid
Lüge

Waidwund
Plötzlicher Schuss
Bauch zerfetzt; heraushängende Eingeweide
Verheddern sich auf der Flucht
Verharmlost

Schweiß
Riskanter Schuss
Schweißendes Reh flieht
Hunde hetzen lechzend hinterher
Blutspur

Wundbett
Halbtot geschossen
Geflohen und zusammengebrochen
Nachsuche erfolgt nach Stunden
Hinrichtung

Abnicken
Blanke Waffe
Messerstich ins Genick
Panik in den Augen
Angstschrei

Schuss
Vorderbein zerschmettert
Grässlich verstümmeltes Reh
fluchtfähig auf drei Beinen
Laufkrank

Jagd
Auf „Raubzeug“
Verachtender Hass
Marder, Katze, Fuchs
Jagdkonkurrent im eigenen Rewier
Abgeknallt

Stress
Übersteigerter Jagddruck
Lebensrhytmus verändert sich
Tagsüber hungernd im Versteck
Todesangst

Das ist des Jägers Ehrenschild,
Daß er beschützt und hegt sein Wild
Weidmännisch jagt, wie’s sich gehört,
Den Schöpfer im Geschöpfe ehrt. – Oskar von Riesenthals (1830-1898)

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Die in Anführungszeichen gesetzten Wort sind Begriffe der Waidmannssprache,
die oft eine enorme Distanz zu dem Tier schaffen, das gejagt und getötet wird.
Diese Sprache wirkt oft verharmlosend, drückt in irreführenden Begriffen die
Jagdvorgänge und den Tötungsakt aus, hierdurch wird das Leid der betroffenen
Tiere verschleiert. Die blutige und oft auch sehr grausame Wirklichkeit verbirgt
sich so hinter harmlos klingenden Wendungen.

Wer einen Einblick in die Jägersprache bekommen will, der kann sich unter
folgenden Links informieren:
Wikipedia: Jägersprache
Wiktionary: Deutsch/Jägersprache